Eltern-Leitfaden
Social Media
Chancen, Risiken, Grenzen
Social Media ist Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Verbieten funktioniert selten – besser: verstehen, begleiten, sinnvolle Grenzen setzen.
Warum Kinder Social Media nutzen
Die positiven Seiten verstehen
Bevor wir über Risiken sprechen – das sind die positiven Seiten:
Mit Freunden in Kontakt bleiben, Gruppen, gemeinsame Interessen.
Videos erstellen, Bilder bearbeiten, sich ausdrücken.
Tutorials, Erklärvideos, neue Fähigkeiten entdecken.
Teil einer Community sein, Trends miterleben.
Die Risiken kennen
Unangemessene Inhalte
Gewalt, Pornografie, Extremismus – Algorithmen zeigen nicht immer Altersgerechtes.
Kontakt zu Fremden
Nicht jeder ist, wer er vorgibt zu sein. Cybergrooming ist real.
Cybermobbing
Hänseleien, Ausgrenzung, Hasskommentare – online oft härter als offline.
Suchtpotenzial
Endloses Scrollen, FOMO, ständige Benachrichtigungen.
Privatsphäre
Standort, persönliche Daten, Tracking – oft unbewusst preisgegeben.
Vergleichsdruck
Unrealistische Körperbilder, Lifestyle-Vergleiche, Selbstwert-Probleme.
Plattform-Einstellungen
Jede Plattform hat Sicherheitseinstellungen – nutze sie!
- Begleiteter Modus (mit Eltern-Account verknüpfen)
- Konto auf privat stellen
- Direktnachrichten deaktivieren oder einschränken
- Kommentare filtern
- Bildschirmzeit-Erinnerungen aktivieren
- Privates Konto aktivieren
- Aktivitätsstatus ausschalten
- Kommentarfilter für beleidigende Wörter
- Story nur für enge Freunde
- Elternaufsicht einrichten (für unter 16)
- Snap Map auf "Geistmodus"
- Nur Freunde können kontaktieren
- Story-Sichtbarkeit einschränken
- Family Center nutzen
- Eingeschränkter Modus aktivieren
- Für Jüngere: YouTube Kids nutzen
- Autoplay deaktivieren
- Suchverlauf regelmässig prüfen
- Profilbild nur für Kontakte
- Status nur für Kontakte
- Gruppen-Einladungen einschränken
- Zuletzt online verbergen
Eltern-Regeln für Social Media
Wissen, welche Plattformen – Frag nach, was dein Kind nutzt. Lade die Apps selbst herunter und probiere sie aus.
Interesse zeigen – "Zeig mir mal, was du da machst" statt "Was machst du schon wieder am Handy?"
Privatsphäre erklären – "Was du online postest, bleibt online. Auch wenn du es löschst."
Bildschirmfreie Zeiten – Gemeinsame Mahlzeiten, vor dem Schlafen, bei Hausaufgaben.
Standort deaktivieren – GPS und Geotags in Fotos ausschalten.
Mindestalter beachten
Die meisten Plattformen haben ein Mindestalter von 13 Jahren (TikTok, Instagram, Snapchat, YouTube). Das hat rechtliche Gründe – und ist auch inhaltlich sinnvoll. Für Jüngere gibt es kindgerechte Alternativen.
Gemeinsam einrichten?
Ich komme vorbei und wir gehen alle Apps durch – Privatsphäre-Einstellungen, Sicherheit, sinnvolle Limits. Dein Kind lernt dabei auch gleich, worauf es achten soll.
Termin vereinbarenDieser Leitfaden ersetzt keine Beratung durch Fachstellen. In Notfällen: 147 (Pro Juventute)